Strom-Tarifvergleich.net

Teldafax-Kunden bleiben vorerst auf Forderungen sitzen

Mit der Pleite des Stromversorgers Teldafax wurde das wahrscheinlich größte Insolvenzverfahren der deutschen Geschichte losgetreten. Etwa 750.000 Kunden hatte dem Anbieter im Voraus Geld für Leistungen gezahlt, die der Konzern nicht liefern konnte. Damit sind sie zu Gläubigern geworden, deren Forderungen so gut wie möglich von der Insolvenzverwaltung bedient werden sollen.

Um zumindest einen Teil der Schulden aufbringen zu können, will Chefverwalter Biner Bähr deshalb nun auch den Staat zur Kasse bitten.

Eine halbe Milliarde Euro Schulden

Eine erste Zahlung durch das Hauptzollamt hat das Unternehmen bereits erhalten. Angesichts des Teldafax-Schuldenbergs von etwa 500 Millionen Euro ist diese mit einer Höhe von vier Millionen Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Laut Bähr ist das aber nur der Anfang. Er will insgesamt etwa 140 Millionen Euro vom Fiskus zurückfordern. Dieser hätte das Geld zuvor mit dem Wissen um die drohende Pleite der Firma eingetrieben und kann deshalb von Rechts wegen in die Schuld genommen werden.

Weitere Forderungen sind an den Bundesligisten Bayer Leverkusen und das Online-Vergleichsportal Verivox adressiert. Auch hier fordert die Insolvenzverwaltung zweistellige Millionenbeträge zurück. Sollte man damit Erfolg haben, würde die Konkursmasse deutlich an Wert zulegen und die Chance auf eine zumindest anteilige Entschädigung der geprellten Kunden steigern.

Im Chaos versunken

Bis endgültig klar ist, wie viel jeder Gläubiger von seinem Geld zurückerhält, wird noch einige Zeit vergehen. Auf der kürzlich in Köln stattfindenden Gläubigerversammlung beschrieb Bähr die Zustände, unter denen sein Team den Stromanbieter übernommen hat, als chaotisch. In den letzten Monaten seien täglich tausende Briefe von Kunden entgegengenommen worden. Gleichzeitig habe man ebenso viele Zahlungseingänge nicht mehr buchen können, da Banken die Zusammenarbeit quittiert hatten.

Für die Insolvenzverwaltung bleibt deshalb eine Menge Arbeit. Bis alle Forderungen ermittelt und alle Rückzahlungen eingetrieben sind, können so noch Jahre vergehen. Bähr schätzt, dass die Insolvenz vor 2017 kein Ende findet.

Kategorie: Strom
Bildquelle: handelsblatt.com
Rainer Peters